Worum gehts?
Das Interesse an der jüngsten Ortsratssitzung war riesig – und das aus gutem Grund. Die Pläne für den sozialen Wohnungsbau im Rosmarinring bewegen die Gemüter.
Unter dem Motto „Nicht gegen sozialen Wohnungsbau – sondern für Verlässlichkeit und faire Planung“ haben Anwohner und die Bürgerinitiative (BI) deutlich gemacht, worum es geht: Niemand bestreitet den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum.
Es geht darum: Passen zwei massive Bauten mit insgesamt 10 Wohneinheiten in den Charakter des gewachsenen Siedlungsgebietes? Sind die erforderlichen Rahmenbedingungen dort gegeben?

Die Stimmungslage
Über 60 Bürgerinnen und Bürger haben ihre Sorgen und Argumente sachlich vorgetragen. Dass die Verwaltung, vertreten durch Bauamtsleiter Marco Smit, erstmals öffentlich Rede und Antwort stand, war überfällig und gut. Doch das Ergebnis der Sitzung war für viele ernüchternd. Es blieb das Gefühl, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden – zumal der private Investor, der das Projekt umsetzt, nicht anwesend war (möglicherweise aber auch nicht eingeladen).
Meine Position
Integration statt Konfrontation
Als Bürgermeisterkandidat wurde ich in der Sitzung nach meinem konkreten Standpunkt gefragt. Ich rede nicht um den heißen Brei herum:
Wir brauchen sozialen Wohnungsbau, aber er darf nicht mit der Brechstange gegen die Struktur eines Wohngebiets durchgesetzt werden.
Mit Blick auf die Historie des Bebauungsplans, die enge Bebauung im Rosmarinring und Straßenführung ohne Nebenanlage halte ich die geplante Dimensionierung für zu massiv.

Mein Lösungsvorschlag
Ich spreche mich für eine Reduzierung auf maximal 6 Wohneinheiten auf den beiden Grundstücken aus. Dies würde eine Bebauung ermöglichen, die sich harmonisch in die Nachbarschaft einfügt (z.B. in Form von Doppel- oder Reihenhauscharakter) und gleichzeitig den Parkdruck damit in der Siedlung nicht unnötig verschärft.
Die einfache Gleichung „ich habe 10 Wohnungen, also brauche ich auch nur 10 Parkplätze“ reicht nicht aus.
Für größere Wohnprojekte gibt es in unserer Gemeinde geeignetere Flächen an breiteren Erschließungsstraßen mit entsprechenden Nebenanlagen und Parkraum. Hier haben private Investoren bereits gezeigt, wie es funktionieren kann, ohne den Siedlungscharakter zu sprengen.
Mein Versprechen für die Zukunft
Das eigentliche Problem im Rosmarinring ist nicht der Bau selbst, sondern die fehlende Kommunikation und Transparenz. Politik und Verwaltung dürfen in eigenen Handlungsoptionen nicht über die Köpfe der Anwohner hinwegplanen.
Als Bürgermeister werde ich künftig sicherstellen, dass Investoren und Anwohner vor der finalen Planung an einen Tisch geholt / beteiligt werden, insbesondere dort, wo die Gemeinde selber auch konkret Handlungsoption hat!
Transparenz ist keine Holschuld der Bürger, sondern eine Bringschuld der Verwaltung. Wir müssen versuchen Wachstum und Nachbarschaft in Einklang bringen – das ist mein Anspruch für unsere Gemeinde.
Zu dem Thema werde ich mich zeitnah hier wieder zu äußern.
Euer Gerwin Kuhlmann
Bürgermeisterkandidat für unser Westoverledingen
